Äthiopien: Stärkung der Nahrungssicherheit

mit unserer Partnerorganisation SOS Sahel 

In Äthiopien sind die Not-Einsätze für die Linderung der Auswirkungen von Dürre sehr wirksam und vermögen Leben zu retten, aber sie sind nicht auf die langfristige Behebung der chronischen Armut oder der Anfälligkeit der halb oder ganz ausgetrockneten Erde gedacht. Obwohl unerlässlich, reichen diese Notmassnahmen nicht aus. Darum werden auch langfristige Lösungen für die derzeitigen Notstände angeboten.

Die Massnahmen haben zwei Hauptziele:

1.      SOS Sahel und KINDER IN NOT helfen 6'793 in Borena ansässigen Familien in den zwei Bezirken Arero und Wachile, um deren Nahrungssicherheit zu stärken.

Ziel ist es, die extreme Armut und die Hungersnot der Viehzüchter der Region Borena zu beseitigen. Eine besondere Aufmerksamkeit wird dabei den Frauen, Jungen und anderen besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen zugutekommen. Langfristig soll die Nahrungssicherheit der Zielfamilien um 18% verbessert werden, die der beiden ganzen Bezirke um insgesamt 9%.

Um diese Ziele zu erreichen, wird Säuglingsnahrung an 800 unterernährte Kleinkinder verteilt sowie deren regelmässige Untersuchung und Überwachung anlässlich von Impfaktionen durchgeführt. Wo nötig, werden die Kinder in regionale Gesundheitszentren überwiesen. Es wird darauf geachtet, den Kleinkindern lokal angebaute und auf ihre Bedürfnisse abgestimmte angereicherte Mehle zu geben, welche die Unterernährung effizient heilen können. Um eine längerfristige Ernährungsverbesserung zu erreichen, werden ergänzend zur Verteilung der angereicherten Mehle Frauen im besseren Umgang mit Nahrungsmitteln in zwei Sitzungen geschult.

Die Lebensgrundlagen der verarmten Viehzüchter zu verbessern.

Die Tierhalter haben die alarmierenden Gesundheitszustände der verbleibenden Viehbestände und die Futterknappheit für diese Tiere zu beklagen. Ziel ist also, die landwirtschaftlichen Erträge mittels Verteilung von an die besonderen klimatischen Bedingungen der Zone angepasstem Saatgut sowie von Kleinwiederkäuern wie Ziegen zu verbessern. Ausserdem müssen die Rahmenbedingungen eines funktionierenden Ökosystems wiederhergestellt werden, wie z.B.  Brunnen mit Viehtränken. So werden 866 Familien je 15kg Saatgut erhalten, was etwa je 2 Feldern entspricht.

Wegen der wiederkehrenden Dürre sind tausende der Tiere in den beiden Bezirken Arero und Wachile verendet. Die verbleibenden Tiere werden von den Familien zu tiefen Preisen verkauft, um ihre nötigsten Bedürfnisse abzudecken. Nun werden 500 Familien je 3 junge Ziegen bekommen. Dieses neue Kapital wird ihre Nahrungssicherheit merklich verbessern und es den Familien erlauben, neue Einnahmen durch den Verkauf von Milchprodukten zu generieren.

Schliesslich müssen die traditionellen Wasserstellen wiederhergestellt und neue Brunnen und Viehtränken erschlossen werden, um die Wasserknappheit zu überwinden. Einige der Hauptquellen sind mit trockenem Lehmsediment gefüllt und sind durch die wiederholten Dürren nicht mehr nutzbar. Die Arbeiten werden darauf hinzielen, die Lehmsedimente zu entfernen und die Brunnen wiederherzustellen, sodass sie Mensch und Tier wieder zugänglich sind.